Wir müssen anders auf Kinder schauen…

Ich war vor ein paar Tagen auf einem Mini-Vortrag und seit dem gehen mir ein paar Dinge nicht mehr aus dem Kopf, die auch für dich wichtig sind und genau deswegen mag ich diese mal mit dir gemeinsam durch gehen.

Uns ist nicht bewusst, was Kindheit und Kinder wirklich bedeutet bzw. sind. Die größten Mythen bilden sich darum, was richtig und was falsch ist. Das größte Bashing findet sich in Müttergruppen.

Und genau deswegen will ich dir mal meinen Blick auf Menschen und damit auch auf Kinder schenken.

Wir sind nicht mehr in der Situation, dass wir Kinder bekommen damit sie als Arbeitskraft die Familie unterstützen können. Es gibt noch genug Regionen, wo das anders aussieht. Aber wir hier erleben das nicht. Kinder sind eher eine Frage der Lebensgestaltung – oh ich merke gerade, dass das nach einem ausführlicherem Video ruft. Aber jetzt gerade möchte ich auf etwas anderes eingehen.

Als Beispiel nehme ich mal eine Aussage aus dem Vortrag. Dort wurde beschrieben, dass Kinder unterschiedliche Bedürfnisse haben und dies wurde wie folgt ausgedrückt:

Ein Kind will…

– dazugehören und geliebt werden,

– wichtig sein und Bedeutung haben,

– sich fähig fühlen und Einfluss nehmen können,

– sich geborgen und sicher fühlen.

So weit so richtig und hilft mit Sicherheit auch, zu verstehen, was Kinder suchen.

Was diese Äußerung jedoch auch verrät, ist die Perspektive, wie wir auf das Kind schauen. Das Kind will das. Es gibt also ein Forderung vom Kind. Aus der Erwachsenenebene wird auf das Kind geschaut und man stellt fest, dass genau diese Bedürfnisse vom Kind gewollt sind.

Jetzt muss ich sehr ordentlich schreiben, damit du den Punkt, den ich dir erklären will auch nachvollziehen kannst. Denn die beschriebene Perspektive ist schwierig, wenn wir willensstarke Kinder mit Anstrengung verbinden.

Ein Kind will nicht. Die Bedürfnisse eines Kindes sind selbstverständlich zu erfüllen. Machen wir es also einmal anders herum. So herum, wie es eigentlich im Jahr 2022 gehört:

Kinder….

– gehören dazu und sind geliebt,

– sind wichtig und haben Bedeutung,

– sind fähig und nehmen Einfluss,

– sind geborgen und sicher.

Das ist ein kleiner aber feiner Unterschied. Denn die Umformulierung verschiebt ganz leise und mit viel Liebe die Verantwortung dort hin, wo sie hingehört zu den Bezugspersonen, die sich um das Kind kümmern. Jede Handlung die gegen diese Grundbedürfnisse arbeitet, so dass ein Kind eben sich nicht so fühlt, wie es sich fühlen identifizieren dann auch schnell die Ursache und das ist wichtig. Denn die Verantwortung für diese SELBSTVERSTÄNDLICHKEITEN liegt nicht im Wille des Kindes sondern in der Natur der Elternschaft. Kinder sind kein Angriff.

Und immer wieder fällt mir auf, wie viele sich schwer tun die Verantwortungen dort hineinzulegen, wo sie hingehören. Wir bedienen mit unseren Worten bestimmte Bilder und nur diese Bilder können wir wieder verändern, wenn wir die Denkrichtung der Worte auch verändern.

Kannst du den Unterschied den ich jetzt hier (zugegeben etwas kurz) versucht habe zu zeigen spüren? Merkst du den Unterschied? Und was bedeutet der Unterschied, wenn du diese Umformulierung mal auf die Vorwürfe deiner Eltern dir gegenüber übernimmst… konnte man es dir dann wirklich nicht Recht machen? Hast du wirklich so viel gefordert? Oder lag es nicht vielmehr am verdrehten Bild über Kinder….

Ich würde dir gerne mehr darüber erzählen und die in dir gesetzten Verantwortungen wieder an die richtige Stelle rücken. Dafür wird mein Content nicht reichen, aber ich zeige es dir gerne in meinem 12-Wochen-intensiv-Training ab dem 23.5.2022 – Die wiedergutmachende Erfahrung: https://ludowikaboemanns.de/die-wiedergutmachende…/

Zu den Bildern: 1. Hier siehst du meinen Vater in jungen Jahren und mich. Das zweite Bild hat Christiane Holsten gemalt und gemacht und es zeigt so schön, was eine wiedergutmachende Erfahrung wirklich bedeutet….

Ich dachte nicht, dass die Frage in meinem Buch, ob wir den Zusammenbruch wirklich zulassen, nun so schnell Realität wird. Dennoch mag ich dich einladen, weiterzulesen und weiter zu verstehen.